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unser Konzept

unser Konzept

Wer kann zu uns kommen?

Wir betreuen nicht regelschulfähige Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren – in Ausnahmefällen auch jüngere Kinder. Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass keine ausgeprägte geistige Beeinträchtigung vorliegt und ein möglicher Drogenkonsum keinen Suchtcharakter hat. Sorgeberechtigte müssen weiterhin Einfluss auf das Kind ausüben können.

Vor der Aufnahme prüfen wir den Entwicklungsstand und schulischen Leistungsstand des Kindes, um eine gezielte Förderung sicherzustellen. Die Aufnahme erfolgt über die Jugendämter oder den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), die über Hilfe zur Erziehung und Kostenübernahme entscheiden. Grundlage ist das Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII), insbesondere die Paragraphen 27, 32, 34, 35a, 36, 37 und 41.

Dauer und Form der Betreuung – stationär oder teilstationär – werden gemeinsam im Hilfeplan festgelegt. Die Betreuung endet mit der Wiedereingliederung in eine Regelschule oder dem Erwerb eines externen Schulabschlusses, der von unabhängigen Prüfern außerhalb unserer Einrichtung durchgeführt wird.

Für eine nachhaltige Rückkehr in Schule und Alltag organisieren wir Anschlussmaßnahmen und bieten eine begleitende Nachbetreuung an. Wir arbeiten in freier Trägerschaft und sind nicht an religiöse Vorgaben gebunden.

wie gehen wir vor?

Jedes Kind wird in einer Lerngruppe mit maximal sieben Jugendlichen individuell gefördert. Dabei orientieren wir uns am tatsächlichen Wissensstand und dem persönlichen Verarbeitungstempo. Die Kinder erhalten persönliche Zuwendung durch ihre Lerngruppenleiter und können moderne Lernmittel wie Computer, digitale Medien und passgenaue Arbeitsblätter nutzen.

Ein strukturierter Tagesablauf, gemeinsame Mahlzeiten und individuell gestaltete Freizeitangebote stärken Selbstwertgefühl und soziale Kompetenz. Bei stationärem Aufenthalt finden regelmäßige Beurlaubungen in die Familien statt, und Ferienfahrten mit vertrauten Bezugspersonen unterstützen die soziale Entwicklung.

Sorgeberechtigte werden von Anfang an einbezogen, regelmäßige Gespräche und individuelle Beratung – auch zu Erziehungsfragen – runden unsere Betreuung ab.

Wie kommt es zum Schulversagen?

In unserer Einrichtung betreuen wir Kinder und Jugendliche, die trotz guter intellektueller Fähigkeiten in der Schule gescheitert sind. Oft werden sie fälschlicherweise als „Schulversager“ bezeichnet. Extreme Verhaltensauffälligkeiten und daraus resultierende Lerndefizite machen eine Rückkehr in die Regelschule häufig schwierig oder unmöglich.

Diese Jugendlichen zeigen oft Arbeitsverweigerung, Schulabsenzen, Clownerien oder aggressives Verhalten. Sorgeberechtigte fühlen sich zunehmend hilflos und verstärken manchmal unbewusst unwirksame Erziehungsmethoden. Meist ist dies das Ergebnis einer mehrjährigen Krisenentwicklung: Ausgrenzung und Misserfolge führen zu problematischen Verhaltensweisen, Ängsten und einem Teufelskreis aus Leistungsversagen und wachsender Verunsicherung.

Die Folgen sind ein stark geschwächtes Selbstbewusstsein, beeinträchtigte Persönlichkeitsentwicklung und Minderwertigkeitsgefühle. Das Verhalten schwankt häufig zwischen Aggression und Resignation.

Ziel unserer lernpsychotherapeutischen Arbeit ist es, die Jugendlichen innerhalb von etwa zwei Jahren nach Abklingen auffälliger Verhaltensweisen wieder in die Schule zu integrieren oder – bei Erreichen der Altersgrenze – über die Nicht-Schülerprüfung in die Berufsausbildung zu begleiten. Dieser Schritt wird gemeinsam mit den jungen Menschen, den Sorgeberechtigten und dem Jugendamt bzw. Allgemeinen Sozialen Dienst sorgfältig vorbereitet und über einen passenden Zeitraum begleitet.

Was ist Lernpsychotherapie?

Der Kieler Pädagoge Hans-Dietrich Wendt entwickelte 1968 eine Methode zur Wiederherstellung des Selbstvertrauens junger Menschen. Grundlage sind seine praktischen Erfahrungen mit Misserfolgen in Schule und Familie, psychoanalytische Kenntnisse sowie die Erkenntnisse der Verhaltenspsychologie: Lernen gelingt besonders durch Verstärkung und Erfolgserlebnisse.

Die Lernpsychotherapie unterstützt Jugendliche, die in Schule und sozialen Beziehungen beeinträchtigt sind, indem sie positive Lernerfahrungen ermöglicht und hemmende Ängste abbaut Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Entlastung von destruktiven äußeren Umständen, was die Stabilisierung der eigenen Identität und des Selbstwertgefühls fördert.

Die Umsetzung erfolgt in Lerngruppen mit sechs bis maximal sieben Jugendlichen unterschiedlicher Altersstufen, Geschlechter und Wissensstände. Der Unterricht orientiert sich am individuellen Kenntnisstand jedes Kindes, während das gemeinsame Arbeiten in der Gruppe die Entwicklung von Sozialverhalten und Selbstwertgefühl stärkt. Fortschritte werden regelmäßig überprüft, gelobt und im Lerntagebuch dokumentiert.

Das Selbstwertgefühl wird nicht nur durch schulische Erfolge gestärkt, sondern auch durch Lob und Anerkennung außerhalb der Lerngruppe. Sorgeberechtigte werden einbezogen, und Freizeitangebote wie Sportvereine fördern die soziale Kompetenz. Ein geregelter Tagesablauf sowie gemeinsame Mahlzeiten mit Mitschülern und Pädagogen wirken sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung der Kinder aus.

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